5 (sinnvolle) Tipps fürs Jura-Studium

Wir haben für dich fünf Tipps zusammengefasst, die dir den Weg zum ersten juristischen Staatsexamen erleichtern werden. 

1. Vier gewinnt?!

Zunächst muss man folgendes anmerken: Wenn du 4 Punkte im Examen erreichst, hast du bestanden. Damit gehörst du bereits zu den besseren 65 % und wirst als fähig genug eingestuft, das Rechtsreferendariat zu absolvieren. Das war in der Schule noch anders, dort ist man mit 4 Punkten durchgerutscht und gehörte wohl zu den schlechtesten 15%. Hinzu kommt, dass im Jura Studium bereits im Vorfeld streng aussortiert wird, denn nur Menschen mit Abitur dürfen Jura studieren. 

Kurz: 4 Punkte sind o.k. 

2. Kenne dein Ziel

Wie unter Punkt 1 dargestellt sind 4 Punkte grundsätzlich vollkommen in Ordnung. Es kommt allerdings auf deine Zielsetzung an. So kommst du jedenfalls in keine Großkanzlei. Fixiere daher dein persönliches Ziel und gib alles in deiner Macht Stehende, um es zu erreichen. Hierbei empfiehlt es sich, nicht über die Punktanzahl zu wählen, sondern vielmehr über das anvisierte Berufsfeld. Dementsprechend prüfst du dann, welcher Noten es bedarf, um dein Ziel zu erreichen. Das hat den positiven Nebeneffekt der Visualisierung deines Ziels. Somit ist dir immer bewusst, wofür und weshalb du gerade lernst. 

Aber Achtung, wie sagt man so schön? Wer auf 4 Punkte lernt, der bekommt schnell mal 3. 

Kurz: Visiere dein Ziel an und gib Vollgas!

3. 80/20 Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip - In aller Kürze bedeutet es, dass 20 % von einem Input 80% des Ergebnisses ausmachen. Dieser Tipp ist mit folgendem Beispiel sehr leicht zu verstehen:
Wenn du eine Sauklaue hast, arbeite solange an deiner Schrift, bis der Korrektor deine Hieroglyphen entschlüsseln kann.  Dann kann der Korrektor deine genialen Ausführungen zu Gesetzessystematik und die perfekt herausgearbeitete Argumentationsstruktur lesen und bewerten.

(In der Praxis hinkt dieser Vergleich, denn Korrektoren sind angehalten, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Klausur lesen zu können. Es geht jedoch mehr ums Verständnis)

Der Grund für das 80/20-Prinzip ist logisch herzuleiten. Deine Zeit & Aufnahme-Fähigkeit im Studium ist begrenzt. Daher versuche diejenige Aufgaben zu erledigen, die dich enorm weiterbringen.

Kurz: Gehe effizient vor.

 4. Klausuren, Klausuren, Klausuren

Ein Tipp, den ich von einem der Top 10-Absolventen aus seinem Jahrgang ganz am Anfang erhalten habe war: "Schreib' jede Klausur, die du nur schreiben kannst. Ich hatte am Ende im Examen den Schnitt der Klausuren aus der Vorbereitung". Persönlich habe ich sogar Klausuren mit geschrieben, die erst später angedacht waren oder Klausuren, bei welchen ich den Schein bereits hatte. Das war ein gutes,wenn auch hartes Training. So saß ich beispielsweise hilflos in einer Klausur über Erbrecht, da ich so gut wie nichts über das Themengebiet Erbrecht wusste. Genau so wird es dir aber eventuell im Examen ergehen, wenn du Arbeitsrecht auf Lücke gelernt hast oder wieder ein völlig abstruser Fall dran kommt. Was dann? Deswegen: Nutze alle Klausuren im Vorfeld zum Üben! Jemand, der diese besagte Hilflosigkeit nicht "geübt" hat, ist völlig verloren im Examen.
Übrigens: In der besagten Erbrechts-Klausur wurden es immerhin 4 Punkte, somit also bestanden. Sicherlich keine Ruhmestat von mir, aber für "nur zur Vorbereitung" war das ganz in Ordnung. 

Kurz: Schreibe alle Klausuren, die dir in die Finger kommen.

5.  Kümmere dich um deine Psyche

Würdest du einen Marathon laufen, ohne zu trainieren oder ohne Schuhe? Kaum einer würde das tun.
Warum also glauben Menschen, sie können ein Jura-Studium 6-9 Jahre durchziehen, ohne auch nur ansatzweise sich dabei nicht selbst zu hinterfragen, etwas für die Psyche zu tun und einfach immer nur Vollgas zu geben? Klar, es gibt immer ein paar Überflieger, die das ohne Einschränkung aushalten. Allerdings gibt es eben auch diejenigen, die vor Prüfungen so paralysiert sind, dass sie nicht zur Prüfung gehen können oder Jahre nach dem Examen noch Alpträume haben. 
Daher ist es ratsam, sich mit der eigenen Psyche und Denkweise zu beschäftigen. Vielen hilft Meditation, anderen Selbsthilfe-Bücher und wieder anderen regelmäßiger Sport. Vielleicht hilft dir auch alles gemeinsam - ist auch völlig egal. Fazit ist: Man muss erkennen können, dass das Jura-Studium ein Marathon ist. Und in diese Aufgabe muss man hineinwachsen. Dabei wird jedoch oftmals nur der fachliche Aspekt bedient - und nicht der psychische. Von daher - kümmere Dich nicht nur um Studieninhalte, sondern auch um deine Psyche.

Kurz: Schule dich nicht nur fachlich, sondern auch psychisch. 

"Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung" 

Jeder Dozent, immer.